Bundesliga-Clubs stärker gefordert als Bundestrainer

Der frühere Nationalspieler und derzeitige Sportchef von Borussia Dortmund, Lars Ricken, hat die Verantwortung für die Qualität der deutschen Nationalmannschaft vor allem bei den Bundesliga-Vereinen verortet. Trotz der Ankündigung, dass Jürgen Klopp wohl bald das Amt des Bundestrainers übernimmt, könne dieser die Probleme des deutschen Fußballs nicht alleine lösen. Auf dem Trainingsauftakt von Borussia Dortmund betonte Ricken, dass die Trainer trotz ihrer Verantwortung lediglich das Maximum aus den vorhandenen Spielern herausholen könnten. Die grundsätzliche Ausbildung der Spieler liege jedoch bei den Clubs.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) könne zwar gewisse Rahmenbedingungen für die Ausbildung vorgeben, doch letztlich seien die Vereine verpflichtet, die Spieler so zu fördern, dass diese auch im Weltmaßstab konkurrenzfähig seien. Diese Forderung ist eine Reaktion auf das erneute WM-Aus der deutschen Mannschaft bereits im Achtelfinale, das viele Experten und Fans als enttäuschend bewerten.

Kritik an Spielerqualität und WM-Verlauf

Lars Ricken, Vize-Weltmeister von 2002, zeigte sich angesichts der frühen WM-Aus in Katar erschüttert und sieht auch kritische Fragen zur Spielerqualität gerechtfertigt. An den Start mit einem deutlichen 7:1-Sieg gegen Curaçao schloss sich ein durchwachsenes Abschneiden an: Glückliche 2:1-Siege gegen die Elfenbeinküste, eine Niederlage gegen Ecuador und schließlich der bittere Ausscheid in der ersten K.o.-Phase nach Elfmeterschießen gegen Paraguay.